Wettbewerbsvorteil durch Nachhaltigkeit in der Supply Chain

Sustainable Supply Chain

Im Jahr 2019 standen die Themen Umwelt- und Klimaschutz ganz besonders im Fokus der Öffentlichkeit und den Medien. 2020 weitet sich dieses Thema noch mehr aus und auch nachhaltiges Wirtschaften steht vermehrt im Blickfeld der Öffentlichkeit. Unternehmen werden dazu aufgefordert, wichtigen Interessensgruppen wie Kunden, Mitarbeitern, Investoren und Geschäftspartnern jederzeit Auskunft über soziale und ökologische Mindeststandards in ihren eigenen Produktionsstätten und bei Zulieferern geben zu können. Voraussetzung dafür ist Transparenz innerhalb einer nachhaltigen Lieferkette.

Nachhaltige Supply Chains können zu einem Wettbewerbsvorteil verhelfen
Da Kaufentscheidungen mittlerweile häufig von Faktoren beeinflusst werden, die entlang der Supply Chain zum Tragen kommen, kann es für Unternehmen zu einem wesentlichen Wettbewerbsvorteil werden, ihre Lieferkette nachhaltiger zu gestalten. Doch gerade im Bereich Nachhaltigkeit in der Supply Chain gibt es für die Unternehmen besonders viele Herausforderungen, denen sie sich stellen müssen.

Hauptthemen, die für eine nachhaltige Supply Chain eine wesentliche Rolle spielen sind unter anderem: Verpackungen, Transportmittel, Transportwege, Lieferantenmanagement und
(Lager-)Logistik. Zusätzlich dazu, wachsen die Anforderungen daran, alle Prozesse transparent zu machen und eine lückenlose Information zur Herkunft aller Komponenten und Waren zu gewährleisten.

Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen, üben besonders die Konsumenten erhöhten Druck auf die Unternehmen aus, ihre Wertschöpfungskette nachhaltiger zu gestalten. Sie wollen wissen, unter welchen Bedingungen die Produkte die sie kaufen, hergestellt und geliefert wurden und wie diese zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen beitragen können. Konsumenten fordern vermehrt ökologisch nachhaltige Produkte und das Vertrauen in die Unternehmen wird zum kritischen Erfolgsfaktor für den Markenwert. Auch in der Unternehmensbewertung steigen die Anforderungen durch Investoren und Analysten und die unternehmerische Sorgfaltspflicht rückt in den Fokus.

Das Statement von Dr. Jan Joachim Herrmann, Partner bei PwC Deutschland fasst diese Entwicklung wie folgt zusammen: „Endkunden hinterfragen die Nachhaltigkeit von Produkten mehr als je zuvor. In der ersten Stufe betreffen diese Anforderungen vor allem die B2C-Industrien. Allerdings erfordert dies eine konsistent nachhaltige Supply-Chain-Transparenz bis in die letzte Stufe der Wertschöpfungskette. Letztendlich müssen sich somit alle Industrien auf entsprechende Nachfrageänderungen einstellen.“

Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten hat noch Aufholpotential
Hermes hat zum Thema „Nachhaltigkeit im Supply Chain Management“ 200 Unternehmen in Deutschland befragt und kam zu folgendem Ergebnis: Für 67% haben Nachhaltigkeitsaspekte wie Energieverbrauch, CO²-Ausstoß, Umweltverträglichkeit und soziale Verantwortung für die eigenen Mitarbeiter und die Mitarbeiter von Zulieferern eine hohe Bedeutung. Bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsaspekten innerhalb der Lieferkette gibt es allerdings noch Aufholpotential. Die Hälfte der befragten Unternehmen gibt an, dass für sie seitens ihrer Kunden kein Handlungsdruck besteht und zudem die Strategie und das Know-How für ein Nachhaltigkeitsmanagement fehlt.

Bisher erfassen nur 19% der befragten Unternehmen den CO²-Fußabdruck ihres Unternehmens – ein erster Schritt, um diesen senken zu können. Diese Unternehmen haben jedoch auch bereits weitere Maßnahmen zur Klimaneutralität ergriffen und kompensieren mehr als die Hälfte ihres CO²-Ausstoßes. Ein Großteil dieser Unternehmen realisiert durch die Optimierung vorhandener Prozesse zusätzlich Kosten- und Emissionseinsparungen, erwerben CO²-Zertifkate zur Unterstützung von Klimaschutzprojekten und versuchen, ihre Energieeffizienz bei industriellen Immobilien zu steigern. Als weiteren Schritt nehmen die Logistikentscheider von 32% dieser Unternehmen, auch ihre externen Dienstleister und Zulieferer in die Pflicht und weisen deren CO²-Ausstoß aus.

Es zeichnet sich ab, das grüne Unternehmen aktiv vorangehen und sich auf längere Sicht damit auch einen Wettbewerbsvorteil bei den Kunden sichern werden. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, sollten alle Unternehmen vermehrt auch auf Umweltaspekte innerhalb ihrer Lieferkette achten.

 

Quellen:

Vgl. Hermes Supply Chain Blog, Hermes Barometer, abgerufen am 20.10.2020
URL: https://www.hermes-supply-chain-blog.com/thema/hermes-barometer/

Vgl. Hermes Supply Chain Blog, Supply Chain Management Trends, abgerufen am 20.10.2020
URL: https://www.hermes-supply-chain-blog.com/supply-chain-management-trends/

Vgl. Logistik heute, Nachhaltigkeit: Welche Trends erwarten die Logistik 2020?, abgerufen am 20.10.2020
URL: https://logistik-heute.de/news/nachhaltigkeit-welche-trends-erwarten-die-logistik-2020-29391.html

Vgl. Infor, 7 Supply Chain Predictions: Looking Ahead with 2020 Vision, abgerufen am 20.10.2020
URL: https://www.infor.com/blog/7-supply-chain-predictions-looking-ahead-with-2020-vision

Vgl. PWC, Sustainable Supply Chain, abgerufen am 20.10.2020
URL: https://www.pwc.de/de/nachhaltigkeit/sustainable-supply-chain.html

Vgl. LOGISTIK express, Nachhaltiges Supply Chain Management steigert Geschäftserfolg, abgerufen am 20.10.2020
URL: https://www.logistik-express.com/nachhaltiges-supply-chain-management-steigert-geschaeftserfolg/

Vgl. NAVIS, IMO 2020 – Klimaschutz durch Reduzierung der Schwefeldioxide in der Seeschifffahrt ab 1.1.2020, abgerufen am 20.10.2020
URL: https://www.navis-ag.com/imo-2020-klimaschutz-durch-reduzierung-der-schwefeloxide-in-der-seeschifffahrt-ab-1-1-2020/